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Geschichte der St. Aloysius Schützenbruderschaft

004Der folgenden Text kann weder den Anspruch auf Vollständigkeit noch auf absolute Gewißheit erheben. Er zitiert einen Text aus dem Buch Walbeck, Freiherrlichkeit und Gemeinde von Gerhard Oppenberg Hauptlehrer a.D., 1986. Fest steht wohl lediglich, daß der Verein bis zum heutigen Tage bewegende Zeiten durchmacht, welche die Vorsitzenden und Vorstände immer wieder vor große Herausforderungen stellt. All das hat dem Verein in seiner Tätigkeit jedoch nie eingeschränkt und vermutlich die Mitglieder in ihrer Hingabe für den Verein gestärkt. Read More
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Nach den schriftlichen Aufzeichnungen, die bis zum 2. Weltkriege noch vorhanden waren, ist der Schützenverein im Jahre 1737 gegründet worden. Es unterliegt wohl keinem Zweifel, das der Aloysius-Schützenverein, der ursprünglich den Namen St. Aloysius Junggesellen Bruderschaft“ trug, aus der heutigen St. Antonius- und St. Sebastianus Gilde hervorgegangen ist. Die Gründe für die Trennung von der alten Gilde sind bis heuten noch nicht aufgeklärt. Wahrscheinlich wird es sich so verhalten haben, dass die jungen Mitglieder sich von der alten Bruderschaft trennten und eine neue Bruderschaft gründeten, um mehr als die alten Schützenfeste oder andere Veranstaltungen zu feiern. In der Neugegründeten Aloysius -Bruderschaft fanden nur Unverheiratete  Aufnahme, daher auch der Schutzpatron St. Aloysius. Diese Bestimmung war bis vor einigen Jahren in Gültigkeit, ist allerdings gelockert worden. Bei der Trennung der Vereine soll es sehr lebhaft zugegangen sein; das damals vorhandene Königssilber wurde geteilt, ist aber nicht erhalten geblieben, so dass aus ihm das Gründungsjahr der alten Gilde nicht zu ersehen ist. Bei der alten Gilde fand ein Königsvogelschießen nur nach dem Tode des bisherigen Königs statt, bei der Aloysius-Bruderschaft sollte alle 2 Jahre um die Königswürde geschossen werden.
Freilich ist es nicht immer so gehalten worden, unruhige Zeiten brachten oft eine Unterbrechung der Schützenfeste. Vielleicht sind auch manche Königsplatten verloren gegangen. Eine Königsplatte musste jeder Schützenkönig für die Königskette stiften.
Wann der Schutzpatron offiziell in den Namen der Bruderschaft eingeführt wurde ist nicht einmal ganz sicher; denn die Statuten des Schützenvereins von 1896 führen den Titel: Statut der Junggesellen-Bruderschaft in Walbeck. Vielleicht sind auch beide Namen nebeneinander geführt worden, wahrscheinlich war doch St. Aloysius von Anfang an der Patron des Vereins. Im Statut von 1896 ist auch angeführt, dass am Festtage des Schutzpatrons, am 21. Juni, eine hl. Messe gelesen werden sollte, bei der  die Mitglieder anwesend sein mussten. Auch die Teilnahme an Beerdigungen von verstorbenen Mitgliedern war vorgeschrieben.
Das Königssilber der St. Aloysius-Bruderschaft wurde früher in der Sakristei aufbewahrt. Es ist der wertvollste Schaft des Vereins und bietet manche interessante Aufschlüsse über die früheren Schützenkönige. Der Stern oder die Platte, die der jeweilige Schützenkönig zu stiften hatte, durfte früher nicht weniger als 9 Mark wert sein; er musste mit dem Namen des Stifters und der Jahreszahl versehen sein. Wenn es bei der Trennung der Vereine im Jahre 1737 zu recht lebhaften Verhandlungen gekommen sein soll, so war der Grund dafür wahrscheinlich das Grundvermögen der alten Gilde. Die Alten haben nichts davon der neuen Bruderschaft zukommen lassen, sondern den ganzen Grundbesitz behalten, der nicht unbedeutend war.
Die älteste Platte des Königssilbers ist von 1738 und zeigt den hl. Sebastianus. Sie scheint also aus dem Besitz der alten Gilde zu stammen. Und dann fehlen die Platten bis 1764, also für 27 Jahre. Hierfür gibt es keine Erklärung. Ob tatsächlich bis 1764 kein Königsvogelschießen stattfand und somit kein Schützenkönig vorhanden war, weiß man nicht. Von 1764 an folgen dann in ziemliche regelmäßiger Reihenfolge die Königsplatten, allerdings fehlen sie von 1792 bis 1824, eine Folge der französischen Besetzung 1794-1815. Hier die Liste der Königsplatten

1764 Ioannes Jacobus Esser
1765 Ioannes Gansssen
1773 Paulus Dominicus van Berkla
1774 Carel Derat
1776 S. Bastianus Hermanus Muessen
1782 Leinadues Holla
1785 Ioannes Cox
1786 Ioannes Cox
1787 Ioannes Cox
1788 Hendrick Hermans
1791 Mattheus Ingenerf
1792 Ioannes Wyers
1824 Peter Theodor Janssen
1825 Ludwig Lehnen
1826 Ludwig Lehnen
1861 Gerhard Coenen
1862 Matthias Faets
1863 Joh. Koppers
1867 Theodor Meuwesen
1868 Anton Allofs
1873 Heinrich Bonnes
1879 Johann Neymanns
1882 Matthias Brauwers
1883 Theodor Koppers
1886 Peter Murmann
1889 Heinrich Berghs
1891 Pet.H. DiebelsVorstand1912

1893 Franz Laurenz Rypkens
1895 Josef Jansssen
1897 Wilhelm Wohs
1899 Johannes Bom
1901 Heinrich Fleuren
1903 Heinrich Cox
1905 Matthias Janssen
1907 Matthias Notz
1909 Franz Leenen
1911 Klemens Weghaus
1913 Johann Rühl

Außer diese Platten befindet sich an der Königskette eine Platte, die auf der Rückseite die Inschrift trägt: Dem Schützenkönig Wilh.Vohs, Walbeck, 1897. Die Vorderseite der Platte zeigt das Bild eines pflügenden Bauern. Weiterhin ist ein Platte vorhanden mit der Inschrift: Dem besten Schützen zur Erinnerung an die Jahrhundertwende. A.B. Auf der Rückseite steht: Aloysius-Schützenbruderschaft Walbeck: Andreas Borghs. Schließlich befindet sich an der Königskette noch ein Königsvogel mit einer vielzackigen Krone, die von Napoleon I. gestiftet sein soll.
Eine Durchsicht der bisher aufgeführten Platten ist sehr interessant. Eine kurze Beschreibung mag hier folgen. Die Stammplatte mit dem Bild des hl. Sebastianus , am Baum von Pfeilen durchbohrt, mit der Jahreszahl 1738, scheint, wie bereits gesagt, aus dem Besitz der alten Gilde zu stammen. Warum sie der Aloysius -Bruderschaft übergeben wurde weiß man nicht. Eigentlich müsste die Stammplatte ja das Bild des hl. Aloysius zeigen. Die 1. Königsplatte: Ioannes Iacobus Esser 1764 zeigt ein eigenartiges Bild, 2 Hände, 2 Füße in der Mitte ein Herz. Es handelt sich wohl um die Darstellung der hl. Fünf Wunden. Die 2 Königsplatte: Ioannes Ganssen 1765 (wahrscheinlich muss der Name Janssen heißen, denn eine Familie Ganssen kommt in den Registern der Kirchengemeinde nicht vor) zeigt eine Mühle. Der Stifter ist vielleicht von Beruf Müller gewesen. In der Folge findet sich vielfach auf den Platten das Sinnbild des Berufes, den der Schützenkönig ausübte.
Die 3. Königsplatte mit der Inschrift: Paulus Dominicus van Berkla 1773 zeigt einen Pflug, eine Gabel und einen Spaten, die Arbeitsgeräte eines Bauern. Auf der folgenden Platte mit der Inschrift Carel Deraet 1774 steht ein Wappen; wahrscheinlich ist es das Familienwappen der Deraet, die adeliger Herkunft waren: IN der Mitte steht ein linksgewendeter Löwenrumpf, rechts und links vom Wappenschild zwei fliegende Drachen. Die folgende Platte: S. Bastianus Hermanus Muesen tot Walbeck 1776 hat als Bild den hl. Sebastianus am Pfahl, im Hintergrund eine Kirche. Ob diese Platte aus dem Besitz der Antonius- und Sebastianus-Brudeschaft stammt, ist nicht nachzuweisen, weil ein Register der Schützenkönige der alten Gilde nicht mehr vorhanden ist. Von den übrigenaufgeführten Platten sei  noch folgendes erwähnt: die drei Platten des Ioannes Cox von 1785,1786 und 1787 zeigen einen Heiligen mit einer Lilie in der Hand. Offensichtlich ist es der hl. Aloysius. Es scheint, dass der Stifter dieser 3 Platten dreimal Schützenkönig gewesen ist. Die Platte von 1792 die letzte vor der französischen Revolution, mit der Inschrift: Ionannes Weyers, zeigt das Bild der Madonna von Kevelaer. Von 1792 bis 1824 scheint kein Schützenfest stattgefunden zu haben, was in der unruhigen Zeit der Besetzung durch die Franzosen und ihren Nachwirkungen begründet ist. Aus diesem Zeitraum besitzt der Verein nur einen silbernen Stern mit der Inschrift: Imperatori patriae, darüber steht der französische Adler. Dieser Stern soll von Napoleon I. gestiftet sein. Er wurde bisher bei allen Festlichkeiten vom Major des Schützenvereins getragen. Erst 1824 scheint das Vereinsleben wieder in Fluss gekommen zu sein. Die beiden Platten des Ludwig Lehnen von 1825 und 1826 tragen das Bild eines mit zwei Pferden pflügenden Ackermanns; die erstere trägt die Inschrift: Den Acker zu pflügen ist mein Vergnügen; die andere Platte zeigt die Aufschrift: „Pferde baut munter und wacker für mein Liebchen Acker.“
Die Vereinstätigkeit hat von 1824 an anscheinen nur drei Jahre gedauert. Warum sich aus dem Zeitraum von 1826 bis 1861 keine Königsplatten vorfinden, bedarf noch der Aufklärung. Von 18761 an folgen dann in regelmäßigen Abstand die Platten, nur von 1868 bis 1873 hat man wegen des deutsch-französischen Krieges 1870/71 mit dem Königsvogelschießen ausgesetzt. Statt der Platten findet man ab 1873 nunmehr meistens einen Stern. Der letzte Schützenkönig vor dem 1. Weltkrieg Johann Rühl (1913) ist am 25.1.1916 in Frankreich gefallen. Im Jahre 1912 konnte der Schützenverein sein 175 Jähriges Jubiläum in großer Aufmachung festlich begehen.
Nach dem 1. Weltkriege kam das Vereinsleben schnell wieder in Fluss. Der 1. Schützenkönig nach Beendigung des 1. Weltkrieges war Heinrich Honnen. Wegen der belgischen Besatzung durfte nicht mit Gewehren es musste mit einer Armbrust geschossen werden.
Entsprechend der harten Notzeit 1920 stiftete der Schützenkönig einen eisernen Stern, sonst musste die Platter oder der Stern von Silber sein. Hier folgt die Reihenfolge der Schützenkönige seit 1920:

1920 Heinrich Honnen
1922 Franz Brauwers
1924  Jakob Gastens
1926 Anton Gastens
1928 Karl Allofs
1939 Heinrich Fleuren
1932 Heinrich Peeters
1934 Johann Ebus
1936 Johann Brauwers
1947 Heinz Cürvers
1948 Hermann Koppers
1950 Heinz Polfers
1952 Helmut Schopmans
1954 Matthias Gellen
1955 Hans Erkens
1957 Alois Linssen
1959 Matthias Neyenhuys
1961 Heinz Brauwers
1963 Viktor Giesen
1965 Günter Brauwers
1967 Ernst Leyers
In der Zeit von 1936 bis nach dem 2. Weltkriege ruhte der Schützenverein. Zum 25-Jährigen Jubiläum als Präsident des Schützenvereins feierte der Verein im Sommer 1922 für Franz Brauwers sr. Ein großes Fest, an dem alle ehemaligen Könige, soweit sie in Walbeck wohnhaft waren, teilnahmen. 1922 mußte der Königsvogel wieder mit der Armbrust geschossen werden, da die belgische Besatzung keine Gewehre zuließ. Im 1. Weltkriege 1914-1918 waren 28 Mitglieder des Aloysius Schützenvereines gefallen bzw. vermisst. Von 1873 an waren in den Vereinsbüchern neben den Schützenkönigen auch die jeweiligen Schützenköniginnen verzeichnet. Leider gingen alle Vereinsbücher durch den 2. Weltkrieg verloren. 1932, als Heinrich Fleuren Schützenkönig war, wurde des Tages gedacht, an dem der noch lebende Matthias Brauwers 50 Jahre vorher , im Jahre 1882, Schützenkönig geworden war, eine besondere Feier fand aus diesem Anlass statt, 13 Schützenkönige nahmen daran teil. Der letzte Schützenkönig vor dem 2. Weltkrieg war Johann Brauwers. Durch den Nationalsozialismus kam die Tätigkeit des Vereins zum Stillstand. Es wurde 1937 zwar noch der Versuch gemacht , unter Johann Notz die Tätigkeit wieder zu beleben, doch wegen der so genannten Gleichschaltung durch den Nationalsozialismus wollten die Mitglieder nicht mehr mittun. Infolge der Besetzung im Jahre 1945 gingen, wie bereits erwähnt, alle schriftlichen Unterlagen der Schützenbruderschaft verloren. Das wertvolle Königssilber mit seinen vielen Platten blieb vollständig erhalten. Man hatte es kurz vor der Besetzung durch die Engländer im Seitenschiff der Pfarrkirche an der 14. Kreuzwegstation vergraben.
Kompanie1948Nach dem 2. Weltkrieg wurde im Jahre 1947 der Verein neu gegründet. Die 1. Versammlung fand am 7. September 1947 im Lokal Deckers statt. 30 Mitglieder traten dem Schützenverein wieder bei. Der ehemalige Schriftführer Barthel Janssen leitete die Versammlung. Der neu gebildete Vorstand umfasste die folgenden Personen
Präsident: Heinrich Koppers; Stellvertreter Heinrich Cox
Schriftführer und Kassierer: Hans Eyckmann
Protokollführer: Heinz Kleingrothe
Beisitzer Christian Gooren, Heinrich Klaeßen, Matth. Zillmans, Theodor Hetjens
Das 1. Königsvogelschießen fand am Sonntag, dem 14. September 1947 statt. Schützenkönig wurde Heinz Cürvers, Minister Heinz Polfers und Jakob Hübbecker, Schützenkönigin Mathilde Notz, Hofdame Käthe Faets und Kathrinchen Cürvers. Bei der Walbecker Herbstkirmes vom 5. Oktober bis 8. Oktober 1947 wurde das Schützenfest in schönster Weise gefeiert. Eine neue Vereinsfahne wurde angeschafft.
Die St. Aloysius-Schützenbruderschaft schloss sich der Erzbruderschaft vom hl. Sebastianus an. Es wurde eine neue Schießgruppe gebildet. Alle 2 Jahre wird das Königsvogelschießen an der Wirtschaft zum Heideblümchen veranstaltet. Das Schützenfest wird bei Gelegenheit der Walbecker Herbstkirmes gefeiert. Die Bevölkerung Walbecks nimmt an den Schützenfesten stets lebhaften Anteil. Der im 2. Weltkrieg gefallenen Kameraden  wir in einer besonderen Veranstaltung beim Schützenfest gedacht.

Entnommen aus: Walbeck, Freiherrlichkeit und Gemeinde von Gerhard Oppenberg Hauptlehrer a.D., 1986

 

Könige ab 1969

1969 Heinz Sleusers
1971 Berni Hebinck
1973 Karl Nuchelmans
1975 Peter Cox
1977 Erich NausJubelkoenig87
1979 Hans-Willi Liptow
1981 Alex Hubers
1983 Franz-Josef Eyckmann
1985 Klaus Topoll
1987 Friedhelm van den Berg
1989 Hans Gerd Neyenhuys
1991 Jörg Arians
1993 Klaus Kruhs
1995 Frank Ingendae
1997 Heinz-Josef Heyer
1999 Johannes Hermsen
2001 Dirk Janssen

Im Jahre 2003 fand kein Schützenfest statt. Da die St. Antonius Bruderschaft in diesem Jahr ihr Jubiläum feierte, und die Jungschützen 2012 ihr 275. Jähriges Jubiläum feiern, entschloss man sich, den Rythmus zu wechseln. Die Jungschützen "überließen" also der Gilde "ihr" Schützenjahr, machten eine ungewöhnlich lange, dreijährige Pause und setzten 2004 ihr Vogelschießen fort.

2004 Markus Schöbel
2006 Thomas van den Berg
2008 Christian Luyven
2010 Peter Eyckmann
 
Trailer
Kirmescounter

Bis zum Schützenfest der Jungschützen sind es noch